RoadReview hat angefangen als ein Wochenendexperiment. Ein befreundeter Fahrlehrer hat erzählt, dass er nach jeder Stunde seine Notizen auf Papier macht und sie zuhause abtippt. Das war 2022. Heute läuft die App auf iOS und Android, im täglichen Einsatz bei Fahrlehrern.

Vier Jahre später ist das, was als 320 Zeilen Swift auf einem Sonntag begonnen hat, ein Produkt, das Fahrlehrer täglich im Auto benutzen. Das ist die Erfolgsgeschichte. Aber dazwischen liegen ungefähr achtzehn falsche Abbiegungen, von denen wir hier ein paar erzählen.

Falsche Abbiegung 1: Zu früh skaliert

Nach den ersten dreißig Fahrlehrern, die uns geliebt haben, dachten wir: Jetzt brauchen wir Mehrmandantenfähigkeit, ein Backend, eine Admin-Konsole. Wir haben drei Monate gebaut. Niemand hat es benutzt.

Die Kunden wollten nicht ihre Schule verwalten, sie wollten besser lehren. Wir haben für die falsche Person gebaut. Erst später kam der Bedarf für Schul-Features, und auch dann anders, als wir es uns ausgedacht hatten.

Falsche Abbiegung 2: Daten als Lehrer-Bewertung gedacht

Wir haben anfangs Auswertungen gebaut, die Fahrlehrer untereinander vergleichbar machten. Gut gemeint — für die Inhaber. Aber die angestellten Fahrlehrer haben sofort dichtgemacht: Wer sich überwacht fühlt, nutzt die App nicht. Und ohne die Lehrer läuft gar nichts.

Wir haben es gedreht: Die Daten sind zur Förderung der Schüler da, nicht zur Bewertung der Lehrer. Fahrfortschritt ist ein Orientierungswert, keine Prüfungsnote. Seitdem ist die Akzeptanz im Fahrzeug eine ganz andere.

// merkeEin Werkzeug, das sich wie Überwachung anfühlt, wird nicht benutzt — egal wie gut die Auswertung ist.

Was wir richtig gemacht haben

Eine Sache haben wir von Tag eins richtig gemacht, und ich behaupte, sie ist der Hauptgrund warum es heute noch läuft: Wir haben mit den Fahrlehrern gebaut, nicht für sie.

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OWL
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Konkret: Im ersten Jahr haben wir alle vier Wochen einen Fahrlehrer eingeladen, ein Halbtag-Sandwich bezahlt und ihn die App benutzen lassen, während wir zugehört haben. Das hat uns mehr gegeben als jede Analytics-Pipeline.

Macht das nicht. Wir tippen das nie. Niemand tippt das. Wir haben eine Stunde Zeit, dann kommt der nächste Schüler.Hans-Werner, Fahrlehrer, beim ersten Test

Dieses Zitat hat uns das Hauptfeature beschert: Tag-Buttons direkt auf der Karte, ein Klick = ein Fehler. Der Kontext wird automatisch dazu geschrieben (Position, Geschwindigkeit, Zeit). Tippen mussten wir nichts mehr.

Was wir nochmal anders machen würden

Wir hätten früher Geld verlangt. Echtes Geld. Nicht im Sinne von „die App soll gewinnbringend sein“, sondern im Sinne von: Wer für eine App nichts bezahlt, gibt dir auch keinen ehrlichen Feedback. Die ersten zahlenden Kunden waren die ersten, die uns wirklich gesagt haben, was nicht funktioniert.

// Ende des Artikels